Steuerliche Betrachtung

Die Beiträge zur Risikolebensversicherung sind entsprechend als Vorsorgeaufwendungen bis zu einem bestimmten Höchstbetrag steuerlich absetzbar (siehe § 10 EStG). Erträge aus Risikolebensversicherungen sind nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 EstG komplett steuerfrei.

Probleme gibt es hier lediglich mit der etwaigen Erbschaftsteuer. Hierzu bitte das Kapitel über den Leistungsfall lesen.

Kommt eine Risikolebensversicherungspolice zur Auszahlung, so fällt keine Einkommen-, jedoch unter Umständen eine Erbschaftsteuer an. Dies ist bei verheirateten Paaren oder den Kindern in der Regel nicht problematisch, da es hier hohe Freibeträge gibt. Nach dem neuen Steuerrecht sind das für Ehegatten oder Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft 500.000 Euro und für Kinder 400.000 Euro. Gänzlich anders verhält es sich bei nicht verheirateten Paaren. Hier liegt der Freibetrag lediglich bei 20.000 Euro. Grundsätzlich ist jedoch die Erbschaftsteuer durch einen relativ einfachen Trick vermeidbar. Sollte derjenige, der das Geld im Todesfallbekommt, die Police abschließen und seinen Partner versichern. In diesem Fall ist die rechtliche Situation, dass er für seine eigene Absicherung im Todesfall seines Partners bezahlt. Dadurch entfällt die Erbschaftsteuer. Im Klartext bedeutet das:  Wer als Versicherungsnehmer eine Versicherungsleistung aufgrund eines Vertrages erhält, bei dem die Prämien von ihm selbst gezahlt wurden, erhält folgerichtig die Versicherungsleistung nicht als Erbe sondern dementsprechend als vertragliche Leistung. Also komplett steuerfrei gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 6 EstG  . In der Praxis sollte daher wie folgt vorgegangen werden: Im ersten Vertrag wird das Leben des Mannes versichert. Im Antragsformular zur Risikolebensversicherung wird er als versicherte Person eingesetzt. Beitragszahlerin, Versicherungsnehmerin und Bezugsberechtigte im Todesfall sollte die Partnerin sein. Die zweite Risikolebensversicherung wird einfach umgekehrt umgangsprachlich über „Kreuz“ aufgehängt bzw. abgeschlossen. Hier ist der Mann Beitragszahler, Versicherungsnehmer und Begünstigter im Todesfall. Seine Partnerin ist die versicherte Person.