Anbieterwechsel

Als im Jahre 2002 die staatlich geförderten Rentensparpläne, die so genannte Riester Rente, initiiert wurde, folgte eine Welle von unterschiedlichen zertifizierten Produkten. Inzwischen ist der Markt etwas übersichtlicher geworden. Durch die rund 14 Millionen Riesterverträge in der Bundesrepublik hat nun auch in diesem Produktfeld der Verdrängungswettbewerb begonnen. Immer häufiger machen Kunden sich Gedanken ob die Verzinsung, sowie die laufenden Kosten Ihrer Verträge hinnehmbar sind.

Es kann somit Sinn machen, seinen derzeitigen Anbieter auf Herz und Nieren zu testen – insbesondere Verträge, bei denen die Abschlusskosten im Zillimärverfahren berechnet werden, was bedeutet, dass der Vertrag im Minus beginnt. Diese Verträge sollten gründlich begutachtet werden. Ach bei jüngeren Verträgen kann es sich lohnen zu prüfen, ob ein Wechsel sinnvoll ist. Der Gesetzgeber hat hier klare Richtlinien geschaffen.  Die Gebühren des Anbieters müssen auf mindestens fünf Jahre verteilt werden. Bei älteren Verträgen ist diese Zeitspanne doppelt so hoch. Wer dementsprechend in den ersten Anfangsjahren noch wechselt, muss somit auch nur einen Teil der Abschlusskosten tragen.

Noch interessanter kann es sich darstellen, wenn die durchschnittlichen Renditeerwartungen des alten und des neuen Vertrages auseinanderliegen. Selbst bei vermeintlich geringen Zinsunterschieden kann hier buchstäblich das Erwachen auf dem Fuße folgen. Gibt es beispielsweise nur einen Prozentpunkt Unterschied, führt dies zu folgendem Unterschied in der ablaufenden Sparsumme: 30 Jahre lang werden 1.250 Euro jährlich eingezahlt. Über diesen betrachteten Zeitraum hat der Kunde generell eine einprozentige geringere Rendite. Zum Ende hin liegt sein Auszahlungsbetrag dann bei bis zu 15.000 Euro unter dem besser verzinsten Vertrag.

Fast identische Effekte haben höhere laufende Kosten. Bei einer sehr schlechten Kostenstruktur des Anbieters, ist es möglich, dass die monatliche Rentenzahlung um bis zu 700 Euro geringer ausfällt! Dieses wurde in einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg errechnet.
Zunächst muss beim etwaigen Wechsel drei Monate zum Quartalsende gekündigt werden. In der Praxis bedeutet dieses, dass es rund ein halbes Jahr dauern kann, bis der Vertrag beim neuen Anbieter geführt wird. Jedoch gibt es hier auch durchaus Anbieter die sich beim Wechsel sehr kulant zeigen und auf eine solche Kündigungsfrist verzichten. Beim eigentlichen Wechsel wird dann das bereits angesparte Kapital nicht ausgezahlt, sondern in den neuen Vertrag übertragen. Ist der Wechsel beschlossene Sache, sollte daher auch zunächst der alte Riester Vertrag gekündigt werden. Im Anschluss kann dann in aller Ruhe und mit dementsprechender Sorgfalt der bestmögliche Anbieter herausgesucht werden. Zu beachten gilt noch, dass Zusatzkosten durch einen Ausstieg verursacht werden. Zahlreiche Anbieter verlangen Wechselgebühren, weiterhin werden bereits gezahlte Abschluss- und Vertriebskosten nicht erstattet. Im folgenden sollen noch einmal für alle vier Riesterformen die Wechselmodalitäten kompakt zusammengefasst werden.

Beim Banksparplan fallen keinerlei Abschlusskosten an. Dementsprechend bringt hier ein Wechsel kaum Verluste. In aller Regel werden jedoch bei einem Vertragswechsel Wechselgebühren fällig. Diese sind je nach Anbieter sehr unterschiedlich. Bei kompletter Kündigung müssen die bereits erhaltenen staatlichen Zuschüsse zurück erstattet werden.

Bei Kündigung des Fondsparplanes sollte die bis dato erzielte Rendite näher betrachtet werden. Bei Fondssparplänen wird zu Beginn ein Ausgabeaufschlag erhoben. Dieser liegt in den meisten Fällen in einem Bereich von 3 5 Prozent. Dieser wird nicht erstattet. Auch die jährlichen Verwaltungsgebühren werden nicht wieder gutgeschrieben. Besonders gilt es jedoch darauf zu achten: Sollte der Kündigungstermin in einem Aktientief stattfinden, kann das zusätzlich größere Verluste bescheren.

Ist eine Rentenversicherung abgeschlossen worden, sind relativ hohe Abschlusskosten gezahlt worden. Diese werden in den ersten 5 Jahren mit den gezahlten Beiträgen verrechnet.

Auch Provisionen sowie Abschluss- und Vertriebskosten sind Bestandteil des Versicherungsvertrages.
Hier kann ein Wechsel schnell die erwarteten Kosten übersteigen. Manchmal werden die Wechselkosten prozentual zum bereits gebildeten Kapital berechnet. Bzw. in einigen Fällen sogar prozentual bis zu der Summe, über die die Versicherung lief. Das hat zu Folge, dass ein Teil ihres angesparten Vermögens beim Versicherer verbleibt. Dennoch kann sich selbst bei kleineren Leistungsunterschieden ein Wechsel sprichwörtlich bezahlt machen. Hierzu sollte man sich aber detailliert bei seinem bisherigen und dem möglichen neuen Anbieter erkundigen.

FONDSGEBUNDENE RENTENVERSICHERUNG
Hierbei zahlt man leider gleich doppelt. Zunächst werden auch Verwaltungsgebühren sowie die obligatorischen Abschluss- und Vertriebskosten fällig. Weiterhin ist auch noch der Ausgabeabschlag für die Fondsgesellschaft zu zahlen. Beides erhält man nicht zurück.