Steuerliche Betrachtung

Die Auszahlungen zum Leistungszeitpunkt, sind für Lebensversicherungen, welche vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, komplett steuerfrei, sofern:

1.     ein Mindesttodesfallschutz von 60 % vereinbart wurde.
2.     der Vertrag eine Mindestlaufzeit von 12 Jahren hat.
3.     die Beitragszahlung nicht weniger als 5 Jahre beträgt.

Ferner können Beiträge zu Kapitalbildenden Lebensversicherungen welche vor dem 31.12.2004 abgeschlossen wurden, noch als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Kommt es zu keiner Kapitalauszahlung, sondern zu einer Rentenzahlung, muss diese wie auch bei später geschlossenen Verträgen mit dem Ertragswertanteil versteuert werden.

Eine monatliche Auszahlung aus einer privaten Rentenversicherungen (Leibrente) wird immer besteuert. Der steuerpflichtige Anteil ist mit Wirkung ab dem Jahr 2005 abgesenkt worden. Hierzu folgendes Beispiel: Reduzierung des zu versteuernden Anteils von 27 auf 18 Prozent. Dieses bezieht sich auf einen Renteneintritt welcher mit 65 Jahren erfolgt. Weiteres Beispiel: Rentenbeginn im Alter von 55 Jahren. Hierbei war der alte Ertragswertanteil 38 Prozent, seit 2005 beträgt er lediglich 26 Prozent. Wichtig ist hierbei: Diese Regelung gilt für alle Verträge, auch für laufende Verträge wo bereits laufende Rentenzahlungen ausgezahlt werden. Der steuerpflichtige Anteil ist in Kategorien eingeteilt. Diese richten sich nach dem Rentenbeginnalter. Grundsätzlich kann gesagt werden, je früher in den Ruhestand gegangen wird, umso höher ist der zu versteuernde Anteil. Abschließend ist noch zu bemerken, dass bei vorzeitiger Beendigung eines geschlossenen Lebensversicherungsvertrages, welcher vor 2005 geschlossen wurde, die alte Kapitalertragssteuer anfällt.

Für alle Verträge, welche erst nach dem 31.12.2005 geschlossen wurden, sprich für alle jetzt oder auch zukünftig abgeschlossenen Verträge gilt jedoch folgendes. Es wird der Betrag versteuert, der herauskommt, wenn die eingezahlten Beiträge von der Ausschüttungssumme abgezogen werden. Dieses ist der sogenannte Kapitalertrag. Bei dem dann erfolgten Vertragsablauf, dem so bezeichneten Leistungszeitpunkt, wird diese errechnete Differenz von Ausschüttungsbetrag minus eingezahlten Beiträgen dann zur Hälfte mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Grundvoraussetzung ist hierfür jedoch:

1.     Vertragslaufzeit mindestens 12 Jahre
2.     Vertragsende nach Erreichen des 60. Lebensjahres

Die maximale Steuerlast kann somit 22,5 Prozent nicht übersteigen, da der Höchststeuersatz 45 Prozent beträgt. Wird nun bei Neuverträgen eine Komplettauszahlung gewünscht, greift die Kapitalertragssteuer in einer Höhe von 25 Prozent. Diese wird dann auf die individuell zu zahlende Steuer angerechnet.

Werden zuvor erwähnte steuerliche „Gesetzmäßigkeiten“ nicht erfüllt, muss der Ertragsanteil voll mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden, sprich bis zum maximalen Wert von 45 Prozent. Hierbei ist jedoch durch die Option zur Entnahme von Teilbeträgen, verteilt auf mehrere Jahre, auch eine Flexibilisierung der Steuerlast möglich. Schlussendlich bleibt noch zu erwähnen, dass Beiträge zu Kapitallebensversicherungen, welche nach 2004 abgeschlossen wurden, nicht mehr als Sonderausgaben geltend gemacht werden können.

Diese dargestellten Regelungen, sind durch die Einführung der Abgeltungssteuer unberührt geblieben.