Motive für bAV

Motive für die Implementierung einer betrieblichen Altersversorgung gibt es viele. Wir möchten an dieser Stelle zwischen Motiven für den Arbeitnehmer und Motiven für den Arbeitgeber differenzieren.

MOTIVE FÜR DEN ARBEITNEHMER

Die Altersversorgung eines Arbeitnehmers besteht aus diversen Bausteinen. Diese werden im neuen 3-Schichten-Modell dargestellt (Siehe im Lexikon „Altersvorsorge“). Nach diesem Modell ist die Basisabsicherung für Arbeitnehmer die gesetzliche Rentenversicherung und für Selbstständige/ von der Rentenversicherungspflicht befreite GGF die Rüruprente.

Diese Basis reichte früher aus, um davon zu leben. Wer sich heute noch ausschließlich auf die gesetzliche Rentenversicherung verlässt, der wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Altersarmut (ca. unter 800€/ Monat) kennen lernen. Rentenkürzungen (z. B. Rente mit 67) gab es in der Vergangenheit viele. Rentenerhöhungen kann sich der Staat nur noch einmal in 4 Jahren vor den Wahlen leisten. Und auch diese Erhöhungen sind auf „pump“ finanziert. Das dieses ohnehin schon marode System nicht besser sondern schlechter wird ist mittlerweile dem größten Optimisten klar.

Daher ist die betriebliche Altersversorgung ein absolutes MUSS für jeden Arbeitnehmer. Das ist der einzige Grund der hier herausgestellt werden soll. Wer das nicht tut, wird im Rentenalter wahrscheinlich Probleme haben die Miete zu bezahlen.

Eine betriebliche Altersvorsorgung wird im Idealfall vom Arbeitgeber gezahlt und / oder aber vom Arbeitnehmer aus dem Bruttogehalt per Entgeltumwandlung bespart (beides hat in Maßen Steuer- und Sozialversicherungsersparnis zur Folge). Daher gehört sie zu den günstigen Wegen eine Zusatzrente aufzubauen. Die genauen Vor- und Nachteile werden bei den einzelnen Produkterläuterungen aufgezeigt.

MOTIVE FÜR DEN ARBEITGEBER

Auch für den Arbeitgeber gibt es zahlreiche Motive eine betriebliche Altersversorgung einzurichten.

Ein sehr wichtiger und oft unterschätzter Grund ist die gesetzliche Rente mit 67. Diese „neue“ Regelung wird dazu führen, dass sich viele Arbeitnehmer einen vorzeitigen Ruhestand nicht mehr leisten können. Die Abschläge auf die gesetzliche Rente (die ohnehin schon zu gering ist) sind einfach zu hoch. Somit sind Arbeitnehmer gezwungen so lange zu arbeiten wie es irgendwie geht. Das kann den Arbeitgeber teuer zu stehen kommen. Ein Arbeitnehmer wird mit dem alter immer häufiger krank und ist weniger leistungsstark. Insbesondere im Handwerk wird das ein sehr großes Problem werden. Wer kann sich einen 65 – 67 jährigen vorstellen der auf seinen Knien rumrutscht und Fliesen verlegt oder eine Wand hochzieht. Einen solchen Arbeitnehmer zu kündigen wird auch schwer. Ein Dilemma kommt auf die Unternehmen zu – Arbeiter die nicht mehr richtig arbeiten können, aber nicht gehen. Welches Unternehmen kann sich das leisten? Es gibt aus unserer Sicht nur eine Möglichkeit: Ermöglichen Sie es Ihrem Arbeitnehmer so früh wie möglich in Rente zu gehen. Und zwar mit einer betrieblichen Altersversorgung. Ihre Bilanz und Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

Sie sind Arbeitgeber und suchen gute, qualifizierte Mitarbeiter die Ihrem Unternehmen lange die treue halten? Dann gehen Sie doch mal zu den Mitarbeitern von Siemens, der Lufthansa oder der Deutschen Bank und versuchen Sie diese abzuwerben. Ja, das wird schwer. Aber warum eigentlich? Wenn Sie genau so viel zahlen sollte es doch kein Problem sein. Doch ist es. Die Mitarbeiter dieser Firmen wollen eins nicht verlieren und das ist ihre Betriebsrente. Ist deutlich geworden worauf ich hinaus will?

Das mittlerweile schwächste Argument ist das Sparen von Lohnnebenkosten. Ja, es ist richtig, dass bei Entgeltumwandlung ein Arbeitgeber ca. 20% des Anlagebetrags sparen kann.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer zahlt über eine Entgeltumwandlung 100 €/ Monat in eine Direktversicherung. Vorher hatte er 3.000 € (sozialversicherungspflichtiges und steuerpflichtiges) Brutto, nun hat er 2.900 € brutto. Der Arbeitgeber muss auf 100 €/ Monat keinen Anteil mehr zur Sozialversicherung zahlen. Das sind ca. 20 % von 100 €, also 20 € im Monat Ersparnis.

Das klingt super. Allerdings kann man die Mitarbeiter nicht dazu zwingen ihr Gehalt umzuwandeln und außerdem halte ich es für absolut unmoralisch, wenn sich der Arbeitgeber an der Altersversorgung des Arbeitnehmers bereichert. Die 20 % sollten der minimale Zuschuss des Arbeitgebers zur Vorsorge seines Arbeitnehmers sein.