Finanzierung der bAV

Die betriebliche Altersversorgung kann im Wesentlichen auf fünf unterschiedliche Wege finanziert werden.

  1. Arbeitgeberfinanzierung
  2. Arbeitnehmerfinanzierung (Entgeltumwandlung)
  3. Mischfinanzierung (durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer)
  4. Eigenbeiträge in entgeltlosen Zeiten
  5. Private Weiterführung eines Vertrags

ZU 1. DIE ARBEITGEBERFINANZIERUNG

Dies ist die ursprünglichste Art der Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung. Der Arbeitgeber sagt bereits beim Vertragsschluss dem Arbeitnehmer eine betriebliche Altersversorgung in einer bestimmten Höhe zu. Alternativ kann auch noch nachträglich eine Zusage erfolgen ohne den ursprünglichen Vergütungsvertrag zu verändern. Sollte der Ursprungsvertrag doch verändert werden, kann angenommen werden, dass es sich evtl. doch um eine arbeitnehmerfinanzierte Finanzierung hält.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer vereinbart mit seinem Arbeitgeber ein Bruttogehalt von 3.000 €/ Monat. Nach zwei Jahren wird der Vertrag auf 2.900 €/ im Monat verändert. Dafür erhält der Mitarbeiter eine vom Arbeitgeber gezahlte betriebliche Altersversorgung von 100 €/ Monat. Handelt es sich nun um eine Arbeitgeber- oder Arbeitnehmer Finanzierung?

ZU 2. DIE ARBEITNEHMERFINANZIERUNG (ENTGELTUMWANDLUNG)

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf Entgeltumwandlung. Eine Entgeltumwandlung funktioniert so, dass der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Bruttogehalts – zum Beispiel 100 €/ Monat – verzichtet. Diese 100 € werden monatlich in eine betriebliche Altersversorgung eingezahlt um eine Rente aufzubauen.

Warum sollte ein Arbeitnehmer das tun und nicht einfach aus dem Netto in einen Aktienfonds oder eine private Lebensversicherung sparen? Ganz einfach: Im Idealfall kosten einen Arbeitnehmer die 100 € brutto tatsächlich nur 50 € netto im Monat. Das Geld muss nicht mehr versteuert werden und es müssen keine Sozialabgaben abgeführt werden.

Beispiel: Mann, 35 Jahre alt. Lohnsteuerklasse I. Keine Kinder. Nicht in der Kirche.

Berechnung 1) Bruttogehalt von 2.500 €/ Monat.

Berechnung 2) Gehalt nach einer Entgeltumwandlung von 100 €/ Moant

Bruttogehalt:   2.500,00 €                  2.400,00 €
Lohnsteuer:     – 347,08 €                   – 321,66 €
Soli:                   – 19,08 €                        – 17,69 €
Krankenvers.: – 197,50 €                    – 189,60 €
Rentenvers.:    – 248,75 €                   – 238,80 €
AL-Vers.:           - 35,00 €                      - 33,60 €
Pflegevers.:       – 30,63 €                      - 29,40 €

Nettogehalt:    1.621,96 €             1.569,2 €
Nettoaufwand                  52,71 €

Fazit: Wie Sie sehen, muss für einen Sparbeitrag von 100 €/ Monat nur ein Nettoaufwand von 52,71 €/ Monat investiert werden. Die Entgeltumwandlung ist also ein gutes Instrument für Arbeitnehmer um Geld für das Alter zurückzulegen.

ZU 3) DIE MISCHFINANZIERUNG

Eine Mischfinanzierung der betrieblichen Altersversorgung setzt sich aus einem Arbeitnehmerbeitrag und einem Arbeitgeberbeitrag zusammen. Der Arbeitnehmerbeitrag kommt aus der Entgeltumwandlung. Der Arbeitgeberbeitrag wird hinzugerechnet.

Dieses Modell ist sehr verbreitet. Oftmals subventioniert der Arbeitgeber die Entgeltumwandlung mit einem festen oder prozentual festgelegten Beitrag. Ein gängiges Finanzierungsmodell ist z. B. eine 20 % Subvention des Entgeltumwandlungsbetrags durch den Arbeitgeber.

Wandelt der Arbeitnehmer also 100 € seines Gehalts in eine betriebliche Altersversorgung um, so zahlt der Arbeitgeber monatlich 20 € dazu. Das klingt erstmal sehr sozial. Allerdings gibt der Arbeitgeber in diesem Fall nur seine Sozialversicherungsersparnis an den Mitarbeiter weiter. Für die Firma ist diese Art der Finanzierung also ohne jeglichen finanziellen Aufwand durchführbar.

ZU 4) EIGENBEITRÄGE IN ENTGELTLOSEN DIENSTZEITEN

Entgeltlose Dienstzeiten sind in erster Linie Elternzeiten. Es besteht weiterhin ein Arbeitsvertrag, es wird aber kein Entgelt gezahlt. Möchte der Arbeitnehmer nun seine bestehende betriebliche Altersversorgung weiterhin besparen, so muss der Arbeitgeber dies akzeptieren, da der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch darauf hat. Warum sollte der Arbeitgeber eigentlich etwas dagegen haben? Als Arbeitgeber haftet er für die Leistungen aus der betr. Altersversorgung und könnte ein Problem damit haben, dass er auch für Leistungen haftet, die in einer Zeit erworben wurden, in denen der Arbeitnehmer nicht gearbeitet hat. In der Praxis haben wir allerdings noch nie erlebt, dass ein Arbeitgeber damit ein Problem hatte.

ACHTUNG Arbeitnehmer: Die Beiträge in entgeltlosen Dienstzeiten werden aus versteuerten Einkommen gezahlt. Die Leistungen werden demnach mit dem Ertragsanteil versteuert. Allerdings werden die Rentenzahlungen mit Krankenversicherungsbeiträgen belegt, obwohl die Beiträge nicht sozialversicherungsfrei sind. Es werden also doppelte Sozialversicherungsbeiträge entrichtet. Vor diesem Hintergrund ist der Nutzen einer Beitragszahlung in entgeltlosen Zeiten sehr zweifelhaft.

ZU 5) PRIVATE WEITERFÜHRUNG EINES VERTRAGES

Scheidet ein Mitarbeiter aus einem Unternehmen aus, so hat das Unternehmen unter Umständen die Möglichkeit die  betriebliche Altersversorgung an den neuen Arbeitgeber zu übertragen. Was aber wenn es keinen neuen Arbeitgeber gibt? Dann kann der bestehende Vertrag, samt Versicherungsnehmereigenschaften in vielen Fällen auf den Ex-Arbeitnehmer übertragen werden. Das wird vor allem dann genutzt, wenn in dem Vertrag eine Hinterbliebenenversorgung und / oder Berufsunfähigkeitsvorsorge enthalten ist. Es kann sein, dass der Gesundheitszustand es unmöglich macht einen neuen, privaten Vertrag abzuschließen. Die Leistungen aus diesen Beiträgen werden mit dem Ertragsanteil versteuert und sind sozialversicherungsfrei.