Arten der Zusage zur bAV

Grundsätzlich gibt es drei Arten der Zusage zu einer betrieblichen Altersversorgung. Auch hier gilt: Aufgepasst! Denn zu jeder Zusageart gehören eigene Regeln, die unbedingt eingehalten werden müssen. Andernfalls kann es passieren, dass die Firma noch nachträglich (also wenn bereits eine Rente gezahlt wird) z. B. für die Erhöhung der Rente haftbar gemacht wird (Anpassungsprüfungspflicht). Wenn die Rentenerhöhung dann keine Leistung eines externen Versorgungsträger ist, muss die Firma dafür bezahlen. So etwas passiert (!) vor allem, weil viele, um nicht zu sagen die meisten, Versicherungsvertreter mit einem gefährlichen Halbwissen zu Werke gehen.

Es gibt die

  1. Leistungszusage
  2. Beitragsorientierte Leistungszusage
  3. Beitragszusage mit Mindestleistung

LEISTUNGSZUSAGE

Die Leistungszusage sagt eine feste Leistung zu die ein Arbeitnehmer (oder seine Hinterbliebenen) von der Firma erhält, wenn er alt, tot oder invalide ist. Leistungszusagen werden in der Regel für die Führungsebene einer Firma im Rahmen einer Pensionszusagen verwendet. Die Leistung ist absolut unabhängig von dem für die Firma notwendigen Kapitaleinsatz. Aufgrund der hohen Komplexität, Unflexibilität und den hohen Kosten wenden sich immer mehr Firmen von der Leistungszusage ab.

Eine Leistungszusage ist für denjenigen, der sie erhält, ein sechser im Lotto. Die Rente wird absolut planbar und ist oftmals deutlich höher als die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Eine Firma muss auf sehr stabilen Füßen stehen, um sich eine Leistungszusage erlauben zu können.

Solch eine Zusage kann wie folgt aussehen:

Bsp. Altersversorgung:

Frau Hiltrud Meyer, geboren am 17.06.1965, erhält von der Hufeisen GmbH ab Ihrem 62 Lebensjahr eine Pension, welche 30% ihres letzten Bruttogehalts entspricht.

BEITRAGSORIENTIERTE LEISTUNGSZUSAGE

Die beitragsorientierte Leistungszusage ist für alle Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung anwendbar. Eine Unterscheidung zur Leistungszusage ist nicht so einfach. Es wird nicht die künftige Leistung zugesagt, sondern ein bestimmter Beitrag der Seitens der Firma verwendet wird, um eine Versorgung für den Arbeitnehmer aufzubauen. Die Tatsache, dass die Unverfallbarkeitsregeln für die beitragsorientierte Leistungszusage für den Arbeitgeber angenehmer sind als die einer Leistungszusage, sorgt bereits dafür, dass die reine Leistungszusage von der beitragsorientierten Leistungszusage verdrängt wird.

ACHTUNG Arbeitnehmer: Die beitragsorientierte Leistungszusage sagt zu, dass nach Ablauf oder Beitragsfreistellung ein Kapital zur Verfügung steht, das aus den gezahlten Beiträgen geworden ist. Wenn Sie Ihren Vertrag nun nach 2 Jahren beitragsfrei stellen, kann es aufgrund der Abschlusskosten dazu kommen, dass deutlich weniger Geld im Vertrag ist als eingezahlt wurde. Es könnte sogar ein Kapital von 0,00 € zur Verfügung stehen. Für einen Arbeitnehmer kann eine Beitragszusage mit Mindestleistung interessanter sein. Hier sind auf jeden Fall immer die eingezahlten Beiträge garantiert.

BEITRAGSZUSAGE MIT MINDESTLEISTUNG

Die Beitragszusage mit Mindestleistung existiert erst seit Januar 2002, erfreut sich aber bereits großer Beliebtheit. Für den Arbeitgeber birgt sie das geringste Risiko. Es wird lediglich ein Beitrag zugesagt der von der zusagenden Firma an einen externen Versorgungsträger gezahlt wird und das diese Beiträge zum Rentenbeginn noch vorhanden sind (Garantieleistung). Wenn ein biometrisches Risiko (Tod, Invalidität) mit abgesichert ist, so gehen die dafür notwendigen Beiträge von der Garantieleistung ab.

ACHTUNG Arbeitgeber: Eine Beitragszusage mit Mindestleistung garantiert dem Mitarbeiter (versicherte Person), dass zum Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge zur Bildung einer Rente zur Verfügung stehen. Bei einer Versicherung werden zum Beginn der Laufzeit immer die Kosten für Vertrieb etc. abgezogen. Nehmen wir einmal an, der Mitarbeiter scheidet nach 3 Jahren aus dem Unternehmen aus. Der Vertrag ruht bis zum Rentenbeginn. Aufgrund der kurzen Laufzeit und der anfänglichen hohen Kosten befindet sich im Vertrag weniger Kapital als Beiträge gezahlt wurden. Manche Versicherer garantieren, dass zum Rentenbeginn immer die eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen. Manche tun das nicht. In diesem Fall muss der Arbeitgeber für den Fehlbetrag aufkommen. Darüber sind sich viele Arbeitgeber und leider auch viele Versicherungsvertreter (wir schätzen ca. 95 %) nicht im Klaren. Zahlreiche Unternehmen werden in diesem Bereich noch ein böses Erwachen erleben.