Erwerbsminderungsrente

Vor 2001 hieß die Erwerbsminderung noch Erwerbsunfähigkeit. Die Rechtsgrundlage für die Erwerbsminderungsrente ist der § 43 SGB VI. In den Genuss einer Erwerbsunfähigkeitsrente oder Berufsunfähigkeitsrente kommen nur noch Personen mit Rentenbeginn vor 2001, also bis zum 31.12.2000.

Seit 2001 gibt es seitens der gesetzlichen Rentenversicherung nur noch die halbe oder volle Erwerbsminderungsrente. Die Voraussetzung dafür ist dann erfüllt, wenn ein Versicherter nicht mehr in der Lage ist, mindestens 6 Stunden am Tag einem Erwerb nachzugehen. Dieser muss mit dem vorher ausgeübten Beruf nichts zu tun haben. Das ist der wesentliche Unterschied zu einer Berufsunfähigkeitsrente.

Um einen Anspruch auf diese Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu haben, muss die sogenannte 36-aus-5-Regel erfüllt sein. Der Versicherte muss in den letzten 5 Jahren (Erfüllung der allgemeinen Wartezeit) mindestens 36 (Grundregel) monatliche Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben. Hat jemand also mindestens 3 Jahre am Stück sozialversicherungspflichtig gearbeitet, so ist er für die kommenden 2 Jahre auch ohne eine Beschäftigung noch gegen Erwerbsminderung versichert.

Die allgemeine Wartezeit kann auf folgenden Wegen erreicht werden:

RENTENHÖHE

Wer täglich weniger als drei Stunden erwerbsfähig ist, erhält eine Arbeitsmarkt üblichen Tätigkeiten verwiesen werden.  Die Auszahlungen beider Formen der Erwerbsminderungsrente werden zunächst für die Dauer von drei Jahren gewährt. Nach dieser Zeit, wird erneut geprüft, ob sich der Zustand des Rentners verbessert hat. Ist eine Verbesserung der Fall, welche zur Folge hat, dass einer Arbeitsaufnahme nichts mehr im Wege steht, wird die Rentenzahlung eingestellt. Ist ein Rentner bislang nur drei Stunden arbeitsfähig gewesen, kann aber nach erneuter Prüfung täglich sechs Stunden einer Arbeit nachgehen, kann die EU Rente in eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung transformiert werden. Eine unbefristete Rentenzahlung wird gewährt, wenn es unwahrscheinlich ist, dass sich der Zustand des Leistungsempfängers verbessern wird. Gleiches gilt, wenn sich nach drei Überprüfungen der gesundheitliche Zustand des Leistungsempfängers nicht positiv verändert hat. Das bedeutet, dass die Rentenzahlung bereits seit 9 Jahren gezahlt wird.

Die üblicherweise befristete Rentenzahlung aus der Erwerbsminderungsrente beginnt nach sieben Monaten.

Hierbei ist entscheidend, zur korrekten Berechnung des Beginndatums,  das Datum des Ereignisses, welches zur Behinderung geführt hat. Auch hierbei müssen Fristen eingehalten werden, um überhaupt Leistungen beziehen zu können. Voraussetzung ist, dass der EU Rentenantrag fristgerecht eingeht, was bedeutet, dass er in den ersten sieben Monate nach Eintritt der Erwerbsminderung eingegangen sein muss. Ist der Antrag verspätet eingegangen, obgleich welcher Umstände, beginnt der Rentenbezug erst mit dem ersten des Monats in dem beantragt wurde. Die Erwerbsminderungsrente wird bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt, wobei die gleichen Unterlagen vorzulegen sind, welche auch für die Beantragung der späteren Altersrente von Nöten wären. Oftmals fühlen sich die Antragsteller darüber hinaus bezüglich ihrer gesundheitlichen Situation dann auch noch medizinisch falsch beurteilt. In aller Regel  werden die Versicherten im Antragfall von einem durch den Rentenversicherungsträger benannten und bezahlten Arzt untersucht. Dieser erstellt dann, dementsprechend gegen Honorar, das jeweilige Gutachten. Die Abrechnung seitens des Arztes erfolgt dabei komplett über die Deutsche Rentenversicherung. Erfahrungen nach zu urteilen, sind bereits die Untersuchungen bzw. die jeweiligen Gespräche mit den betrauten Ärzten für die Versicherten wenig bzw. gar nicht zufriedenstellend.
Auf der Grundlage dieses dann erstellten Gutachtens, entscheidet der Rentenversicherungsträger dann über den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente – oftmals mit negativem Ergebnis.

Der Bezieher einer Erwerbsminderungsrente, welcher eine geringfügige Beschäftigung ausübt oder eine freiberufliche Tätigkeit aufnehmen möchte, sollte dieses unverzüglich dem Rentenversicherungsträger melden. Hat der Rentner nämlich schon geraume Zeit, ohne dieses angemeldet zu haben gearbeitet, kann ihm die EU Rente rückwirkend entzogen werden. Werden mehr Stunden gearbeitet als er lt. Bescheid durch die Deutsche Rentenversicherung arbeiten kann, wird ihm die Rente ebenfalls entzogen. Geht der Rentner einer Beschäftigung nach, welche mehr als drei, jedoch weniger als sechs Stunden dauert, werden seine Bezüge dementsprechend in eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung transformiert. Der während der aufgenommen Beschäftigung erzielte Verdienst darf die Höhe von 350 Euro nicht überschreiten. Dieses ist für beide Formen der Erwerbsminderungsrente zu beachten.

Nachdem geklärt wurde ob eine volle oder halbe Erwerbsminderungsrente gezahlt wird, errechnet die deutsche Rentenversicherung die tatsächliche Rentenhöhe anhand der Rentenformel. Rentenerhöhend wirken sich in dieser vor allem bereits gezahlte Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung aus. Hieraus wird ein Durchschnitt gebildet und es erfolgt eine Hochrechnung bis zum Rentenalter (Regelaltersrente). Der errechnete Wert wird bei der vollen Erwerbsminderungsrente mit 1 multipliziert und bei der halben Erwerbsminderungsrente mit 0,5. Die halbe ist – wie der Name schon sagt -  also nur halb so hoch wie die volle.

Beispiele für Bezuggsgrößen:

BRUTTOEINKOMMEN
2000 Euro
2500 Euro
3000 Euro
3500 Euro
4000 Euro

HALBE EU
335 Euro
419 Euro
502 Euro
562 Euro
596 Euro

VOLLE EU
670 Euro
837 Euro
1005 Euro
1124 Euro
1192 Euro